Punkteklau im Hexenkessel

Matthias Allmich

3:3 - leistungsgerechtes Unentschieden gegen TG SG Drosa

Drosa/AFR. Verharrte das Quecksilber beim vergangenen Heimspiel der Blau-Weißen Herren30 am 26.5. gegen den TC GW Aschersleben kurz unter der 30er Gradmarke, so sehnten sich die Tennissportler diesen Tage zurück. Denn am Samstag, 8.6. ging der Temperaturausschlag bis auf 32 Grad hoch. Und das war noch der Wert im Schatten. Die Drosaer 3-Platz-Anlage liegt nahezu vollständig eingefasst von Hügeln schattenbefreit mitten in der Sonne. Dies verlangte von allen Spielern Höchstleistungen ab. 

Neben den zu meisternden äußeren Rahmenbedingungen ging es um viel. Nachdem sich die Staffelfavoriten Schönebeck und Aschersleben erwartungsgemäß bislang ungeschlagen durch die Saison spielten und der Aufstieg in die Landesoberliga zwischen diesen beiden Teams taggleich ausgemacht wurde (4:2 für Schönebeck), ist um den Bronzerang ein spannender Dreikampf zwischen Drosa (Rang 3), Roßlau (Rang 4) und Jessen (Rang 5) entfacht. Dabei strauchelten zuletzt die Drosaer beim Auswärtsspiel in Jessen mit 1:5 und stießen dadurch die Tür für Jessen wieder auf. Entsprechend waren die Platzgäste bestrebt eine richtige Antwort folgen zu lassen. Kein Wunder, dass sie alle verfügbaren Kräfte mobilisierten und gegen die Blau-Weißen erstmals in dieser Saison ihre etatmäßigen Top3-Spieler aufboten. Aber auch bei den Schifferstädtern freute sich Kapitän André Friedrich, dass er mit Daniel Scheffer, Matthias Allmich und Stefan Höhn die derzeitigen Punktegaranten mit nach Drosa nehmen konnte. Damit waren laut Meldeliste die ersten drei Einzelmatches im Head-to-Head-Vergleich mit jeweils selber Leistungsklasse ebenbürtig. 

Scheffer, Allmich und Friedrich schlugen in der ersten Einzelserie für die Elbestädter auf. Allmich war es dann auch, der den ersten Siegpunkt verbuchte. Konsequent in seinen Handlungen holte er sich rasch und souverän Durchgang eins. Mit Beginn des zweiten Satzes kam sein Gegenüber stärker in die Partie und glich kontinuierlich aus. In gewohnt abgeklärter Spielweise ließ Allmich jedoch nichts anbrennen und spielte das Match nach Hause (6:1, 6:4 gegen Maik Fischer). 

Auf dem Nebencourt mühte sich parallel Friedrich. Bis zum Stand von 2:2 im ersten Durchgang war es eine ausgeglichene Partie. Danach übernahm der Drosaer Schiebel die Führung, wobei Friedrich ihm dies auch leicht machte. Friedrich bestimmte die Ballwechsel und den Spielverlauf. Brachte er siegesgewillt einen Winner unter, folgte gleich wieder ein unerzwungener Fehler. Leider war an diesem Tag die Bilanz zu Ungunsten der Winner unausgeglichen. Nach über 100 Minuten Spielzeit verblassten die stetigen wiederkehrenden Einstandsituationen und die Anzeigentafel gab am Ende einen klaren Spielstand wieder (2:6, 0:6 gegen Christian Schiebel). 

Scheffer kämpfte währenddessen im Spitzeneinzel gegen Keller. Beim letzten Aufeinandertreffen beider Spieler zog Scheffer den Kürzeren. Dies war auch anfänglich noch in seinem Hinterkopf und er begann vorsichtig kontrolliert. Mit zunehmender Spieldauer steigerte er sich und spielte sich förmlich in einen Rausch. Immer wieder war es seine druckvolle Vorhand, die seinen Herausforderer vor unlösbare Aufgaben stellte. Nach Gewinn des ersten Durchgangs hatte der Drosaer Scheffers platzierten Grundlinienschlägen nichts mehr entgegen zu setzen (7:5, 6:2 gegen Sebastian Keller).

Mit der 2:1-Gesamtführung ging Höhn auf die rote Asche. Alle Augenpaare konzentrierten sich auf das Duell gegen Gläsel. Und was die beiden Spieler auf dem Center Court den Fans beider Teams ablieferten war höchstklassiger Tennissport. Packende Ballwechsel forderten alles ab. Beim Stand von 3:5 im ersten Gewinnsatz konnte Höhn zwei Satzbälle abwehren und in der Folge auf 5:5 ausgleichen. Kurz darauf musste der Tie-Break die Entscheidung für den ersten Durchgang fällen. Und da war es wieder Höhn, der hellwach war. Nach dem 1:2 holte er 6 Punkte hintereinander und mit dem 7:2 den Tie-Break für sich. Im zweiten Gewinnsatz nahm Höhn das Tempo etwas raus und spielte weniger aggressiv, genau das was ihn zuvor noch auszeichnete. Gläsel nutzte die Chance und ergriff die Initiative zum Satzausgleich. Glaubten die Hausherren nun an die Wende, hatten sie den Blau-Weißen Höhn unterschätzt. Wie ausgewechselt kam er im dritten Satz zurück. Er spielte nun sehr überlegt und brachte Gläsel mit seiner neu gewonnenen Konstanz in Bedrängnis. Beim Stand von 5:0 schlug Höhn zum Matchgewinn auf. Die Hitze und die Matchlänge spürte er langsam und musste kurzfristig Tribut zollen. Gläsel konnte auf 2:5 verkürzen und ließ heimische Hoffnung aufkeimen. Aber Höhn wollte an diesem Tag unbedingt den Sieg. Er ließ seine Krämpfe vergessen und trotzte mit einer konditionellen Höchstleistung. Vier platzierte Bälle in seinem  letzten Aufschlagspiel sicherten ihm den Sieg (7:6, 2:6, 6:2 gegen Christoph Gläsel).

Durch den kämpferischen Einsatz erarbeiteten sich die Blau-Weißen mit 3:1 nach den Einzeln eine komfortable Ausgangssituation für die ausstehenden Doppel. Aber die Drosaer sind aus den bisherigen Punktspielbegegnungen dafür bekannt, dass sie gerade in den Doppelmatches überzeugen können. Zudem bangten die Schifferstädter lange um den möglichen Einsatz von Höhn in den Doppeln. In seinem Einzel ging er an das Maximum und seine Muskulatur machte zu. Nach einer halbstündigen Pause stellte sich der Roßlauer in den Dienst der Mannschaft und ließ sich an der Seite von Friedrich für die Doppel aufstellen. Beide hatten bereits beim letzten Punktspiel gegen Aschersleben sehr gut agiert und die favorisierten Gegner am Rande einer Niederlage gehabt. Mit diesem Rückenwind ausgestattet zogen beide in den Hexenkessel und gingen schnell mit 2:0 in Führung ehe der Ausgleich durch Drosa hergestellt werden konnte. Kurz darauf stand es 3:3 und das sprichwörtlich vorentscheidende siebte Spiel ging bei eigenem Aufschlagspiel verloren. Danach konnten die Blau-Weißen keinen Punkt mehr erzielen und nur noch ihren Gegnern gratulieren (3:6, 0:6 gegen Keller/Schiebel).

Im Spitzendoppel traten Scheffer/Allmich an. Es war deutlich erkennbar, dass von jedem Team  versucht wurde, möglichst gekonnt beide Spieler ans Netz zu bringen und von dort die Entscheidung zu suchen. Die Blau-Weißen verloren zwar den ersten Durchgang aber waren bis zum 3:1 im zweiten Satz das bestimmende Doppel. Die Hausherren sahen aufgrund des auf dem Nebencourt gewonnenen Doppels ihre Chance zum Unentschieden wieder größer werdend und wollten den rettenden Strohhalm ergreifen. Aufregende Ballwechsel rangen sich die konkurrierenden Teams ab und keine Emotion wurde in ihrem Match ausgelassen. Beflügelt von den aufgeheizten Anfeuerungen der heimischen Fans kamen die Drosaer immer weiter in Schlagdistanz heran und gingen beim 4:3 im zweiten Satz in Führung liegend in den Seitenwechsel. Die Aufholjagd unterbrachen die Schifferstädter und glichen wieder aus. Mittlerweile war es früher Abend und ein herannahendes Gewitter zeigte sich durch erste Blitze am Himmel. Die Spannung war somit nicht nur auf dem Center Court zum Zerreißen. Beim Stand von 4:5 war es ausgerechnet der Drosaer Fischer, der als erster Verlierer im Einzel vom Platz ging und nun mit vier harten Aufschlägen den Doppelsieg für die Platzherren festhielt (2:6, 4:6 gegen Fischer/Gläsel).

Überschwänglich kamen die heimischen Fans auf die Asche, um ihre Mannen zu bejubeln. Hatten sie doch das unmöglich scheinende realisieren können. Dies ließ erkennen unter welchem Erfolgsdruck die Hausherren standen. Den Gesamtsieg hatten die Roßlauer schon vor Augen und schauten kurzzeitig traurig drein. Aber diese Traurigkeit wich rasch in erfolgreiche Genugtung und Bestätigung, denn bei den vorangegangen Punktspielansetzungen (letzte in 2016) standen die Blau-Weißen mit leeren Händen da. Und diesmal wurde durch das Unentschieden ein wichtiger Zähler im Kampf um den Bronzerang erzielt. Für diesen Spieltag geht das leistungsgerechte Unentschieden zweier wertschätzender Teams vollkommen in Ordnung.

Die Sportler vom TC Jessen nutzten das Unentschieden zwischen Drosa und Roßlau ihrerseits aus, um mit einem Sieg gegen den Tabellenletzten Schkopau an diesem Spieltag den zwischenzeitlichen Rang drei zu erklimmen. Diesen will die Blau-Weiße Equipe im letzten Punktspieltag zurückerobern. Dazu werden am Samstag, 23.6. um 14 Uhr auf der Tennisanlage am Streetzer Weg die Jessener empfangen.

Roßlau spielte mit: Daniel Scheffer, Matthias Allmich, Stefan Höhn und André Friedrich

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